4. April 2017

Tierversuche beenden

original by Stephanie Hofschläger/pixelio.de

Mit dem Antrag „Tierversuche beenden“ fordert DIE LINKE im Bundestag die Bundesregierung auf, sich aktiv an einem Übergang von der tierexperimentellen zur tiergebrauchsfreien Forschung zu beteiligen, sowie ein Konzept zu entwickeln, welches als langfristiges Ziel den kompletten Verzicht von Versuchstieren für die wissenschaftliche Forschung bei gleichzeitigem Ausbau der Förderstrukturen für alternative Methoden vorsieht.

Mit der sogenannten EU-Tierversuchsrichtlinie haben sich die Mitgliedstaaten bereits im Jahr 2010 darauf verständigt, Versuche mit lebenden Tieren für wissenschaftliche Zwecke vollständig ersetzen zu wollen, sobald dies möglich ist. Erst vor kurzem haben die Niederlande als erstes EU-Land einen Maßnahmenplan zum langfristigen Abbau von Tierversuchen vorgelegt. Die Initiative der Niederlande in dieser Form ist einzigartig und zukunftsweisend. 

„Der Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD von 2013 sieht auch die intensivere Erforschung von Ersatzmethoden zum Tierversuch vor. Darüber hinaus betonte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt immer wieder, dass es das langfristige Ziel sei, Tierversuche zukünftig komplett zu ersetzen und kurzfristig Alternativmethoden stärker fördern zu wollen. Doch auch mit der Veröffentlichung der Tierversuchszahlen für das Jahr 2015 konnte keine Entwicklung festgestellt werden, der effektive Maßnahmen zur deutlichen Reduzierung wissenschaftlicher Tierversuche vorangegangen wären“, so Birgit Menz, MdB und tierschutzpolitische Sprecherin, DIE LINKE.

„Auch die gesellschaftliche Weiterentwicklung in Sachen Tierschutz verlangt es, sich im Bereich Tierversuche intensiv darüber Gedanken zu machen, wie ein ernsthafter und langfristiger Ausstieg von statten gehen kann. Will Deutschland seiner Vorbildfunktion in Sachen Tierschutz nachkommen, muss die Bundesregierung auch bereit sein, eine entsprechende Rolle als Vorreiter bei der tierversuchsfreien Forschung einzunehmen“, so Menz weiter.