22. Mai 2017

ARA-Sonderausstellungseröffnung am Tag der biologischen Vielfalt

Mit der Ausstellung macht das Naturkundemuseum Berlin auf die starke Bedrohungslage der Aras sowie die voranschreitende Lebensraumzerstörung aufmerksam. War es in der Vergangenheit vor allem die Wilderei, die den Bestand der farbenträchtigen und äußerst intelligenten Vögel bedrohte, ist es heutzutage ihr Lebensraum, der den Tieren, die ausschließlich in Süd- und Mittelamerika vorkommen, immer weiter abhandenkommt. 

Durch Abholzung der Regenwälder, Ackerbau und Viehwirtschaft wird der Lebensraum der Aras täglich kleiner. Mitverantwortlich für den Lebensraumschwund ist auch der Lebenswandel hierzulande. Die ständig wachsende Nachfrage nach Fleisch trägt einen wesentlichen Teil zur akuten Bedrohungslage der Vögel bei. Dabei wird die benötigte Fläche nicht etwa für die Tierhaltung verwendet, sondern für den Anbau von Futtermitteln. Vor allem für die Schweinezucht wird immer mehr Soja zur Futtermittelproduktion gebraucht. Der Anbau von Soja nimmt dabei eine ständig wachsende Fläche in Anspruch und zerstört somit Millionen von Hektar einzigartiger Lebensräume, nicht nur der Aras, sondern auch zahlreicher anderer Tier- und Pflanzenarten. 

„Derzeit erleben wir auf der Erde das größte Artensterben seit dem Zeitalter der Dinosaurier. Jeden Tag verschwinden zahlreiche Spezies unwiderruflich von unserem Planeten. Zerstörung von Lebensräumen, Umweltverschmutzung und unsere Art zu leben und zu konsumieren, spielen dabei eine wesentliche Rolle. Die Lage, in der sich die Aras befinden, ist auch ein Resultat unseres übermäßigen Fleischkonsums und Lebenswandels. Durch den Anbau von Futtermitteln für unsere Schweine und Kühe gehen wichtige Lebensräume und damit auch unwiderruflich Tier- und Pflanzenarten verloren. Ein Umdenken unserer Verhaltensmuster auf politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene muss stattfinden, damit Lebensräume und Biodiversität erhalten bleiben“, so Birgit Menz, MdB, tier- und naturschutzpolitische Sprecherin, DIE LINKE.