7. Oktober 2016

Nach der Artenschutzkonferenz: Viele Tiere und Pflanzen besser geschützt, nur der Löwe nicht

Photo: Dieter Schuetz/pixelio.de

In der Zeit vom 24.09.2016 bis zum 05.10.2016 kamen im Rahmen der 17. CITES-Vertragsstaatenkonferenz in Johannesburg/Südafrika Vertreter aus über 150 Ländern zusammen, um über den weltweiten Schutz und Fortbestand bedrohter Tier- und Pflanzenarten zu beraten.

Die Ergebnisse der Konferenz sind ein Fortschritt für den weltweiten Erhalt und Schutz vieler Arten. Vor allem im Bereich exotischer Haustiere wurden zahlreiche Handelsverschärfungen und Verbote ausgesprochen. So werden afrikanische Graupapageien, Berberaffen sowie 55 verschiedene Reptilienarten zukünftig in Anhang II des CITES aufgeführt und somit besser geschützt. Auch für mehr als 300 Rosenholzarten gelten zukünftig strengere Handelsbeschränkungen. Die Unterschutzstellung der Holzarten ist u.a. enorm wichtig für den Erhalt der Lebensräume unzähliger Tiere. Auch alle Schuppentierarten (u.a. das Pangolin) sowie Fuchs-, Seidenhai und Teufelsrochen unterliegen von nun an strengeren Handelsbestimmungen.  

Als umstritten muss der zukünftige Schutz des afrikanischen Elefanten gesehen werden. Die Elefantenpopulationen in Afrika befinden sich in einer akuten Bedrohungslage. Neuesten Erkenntnissen zufolge sinken die Bestände schneller als angenommen. Der erste fast Afrika-weite Elefanten-Zensus zeigt, dass statt der geschätzten 400.000 bis 600.000 Tiere nur noch gut 350.000 Afrikanische Elefanten in 18 Staaten des Kontinents leben. Hauptursache ist die Wilderei.

Derzeit wird der afrikanische Elefant in Anhang II des CITES geschützt. Der Antrag einiger afrikanischer Staaten verbunden mit der Forderung einer Heraufstufung in Anhang I wurde ebenso abgelehnt, wie Anträge, die vorsahen, den Handel mit Elfenbein teilweise zu legalisieren. Dafür verpflichteten sich alle Länder - bis auf Japan - ein Verbot des Binnenhandels mit Elfenbein einzuführen. Dies ist ein wichtiger Schritt, um in Zukunft den illegalen Handel mit Elfenbein ein Ende zu bereiten. Helfen sollen dabei sogenannte „nationale Elfenbeinaktionspläne“ die eine bessere Strafverfolgung und effektivere Kontrollen vorsehen.

So erfolgreich die Konferenz für viele Tiere auch verlief, es gab auch Verlierer. So erging es den Löwen, deren Bestände seit vielen Jahren stetig abnehmen. Der Löwe gerät als Trophäe oder aufgrund der angeblichen Heilkraft seiner Knochen ins Visier der Wilderer und Jäger. Vor allem in asiatischen Ländern gelten Löwenknochen als „Wundermittel“ gegen Asthma und Impotenz.  Dennoch bleibt der Löwe auch nach der Konferenz in Anhang II gelistet. Lediglich die Einigung auf eine Null-Quote für den Export von Knochen und Klauen wilder Löwen konnte erreicht werden.

Um den Schutz bedrohter Tierarten weiter voranzutreiben, bedarf es geeigneter Maßnahmen, die eine Umsetzung auf nationaler und europäischer Ebene möglich machen. Um den illegalen Handel möglichst verhindern zu können, ist eine Verstärkung der internationalen Zusammenarbeit und Koordination (innerhalb der EU und international) bei der Verbesserung des CITES-Vollzuges erforderlich. Ebenso ist es nötig internationale Maßnahmen gegen den illegalen Wildtierhandel unter Beteiligung der lokalen Bevölkerung und unter Berücksichtigung ihrer kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Interessen vorzunehmen sowie vorsorgende Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung gegen die Nachfrage von beispielsweise Elfenbein, Nashorn oder Löwenknochen zu treffen, um den Artenschutz weiter voranzutreiben.