31. Oktober 2016

Die 66. Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC)

by Jakob Haddick/pixelio.de

Auch 70 Jahre nach Gründung der Internationalen Walfangkommission (IWC) sowie 30 Jahre nach Inkrafttreten des Moratoriums für kommerziellen Walfang, besteht eines der Kernprobleme darin, dass der IWC (mehr Informationen hier) noch immer keine geeigneten Instrumente zur Verfügung stehen, um Verstöße gegen das Moratorium ahnden zu können. Instrumente die nötig wären, um einen konsequenten Schutz der Säuger weiter voranzutreiben und Walfangnationen wie Japan, Norwegen und Island deutliche Grenzen aufzuzeigen. Für diese sowie zahlreiche andere Punkte wurde versucht, auf der 66. Tagung der IWC  vom 24.10 bis zum 28.10.2016 im slowenischen Portoroz Lösungen zu finden.

Positiv zu vermerken ist, dass trotz zahlreicher Bemühungen den Walschutz zu schwächen, dies nicht gelang. Anträge, die ein Ende des Walfangmoratoriums vorsahen, scheiterten ebenso wie der Versuch einiger afrikanischer Staaten unter Einfluss Japans, den Walfang vor der westafrikanischen Küste unter dem Vorwand „Walfang gegen den Welthunger“ zu legitimieren. Um zukünftig die Qualität des Walschutzes durch die IWC zu erhöhen, sollen stärkere und unabhängige Kontrollen sowie Prüfungen des wissenschaftlichen Walfangs statt finden. Vor allem Japan tötet unter dem Vorwand wissenschaftlicher Programme jedes Jahr hunderte Wale. Doch trotz einiger Fortschritte bestehen weiterhin zahlreiche Probleme. Das Moratorium für kommerziellen Walfang wird regelmäßig von norwegischen und isländischen Walfängern ignoriert, um Walfleisch vorzugsweise nach Japan zu exportieren. Zwar verurteilte die EU auf der Tagung das Verhalten der Länder scharf und forderte diese zum Handeln auf, verzichtete jedoch darauf eine entsprechende Resolution einzubringen. Norwegische Fischer töteten 2016 bisher 591 Wale, um aus ihnen Tierfutter zu machen oder das Fleisch auf Fuchs- und Nerzfarmen zu verfüttern. Auch Island betreibt weiterhin offenen kommerziellen Walfang. So bleibt auch dieses Kernproblem nach der diesjährigen Konferenz ungelöst.

Die Modernisierung der IWC ist dringend notwendig, um den Anforderungen eines zeitgemäßen Arten- und Gebietsschutzes zu entsprechen. Die Etablierung besserer Vollzugsmechanismen, um Verstöße sanktionieren und Missbrauch vorbeugen zu können, ist daher unbedingt nötig. Gegenüber Norwegen und Island ist vor allem die EU gefordert, sich für die Beendigung des kommerziellen Walfangs stark zu machen.