16. Dezember 2016

Einsatz für Fairtrade wertschätzen, gesetzliche Regelungen statt Freiwilligkeit: Ein Gespräch mit Schülerinnen und Schülern zum Thema Fairtrade, Politik und Nachhaltigkeit

"Fairtrade und Nachhaltigkeit": Schülerinnen und Schüler zu Gast im Parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung, 14. Dezember 2016

Fairtrade in der Schule, das ist viel mehr als faire Schokolade zu verkaufen, wie Kevin Denecke, Hanna Seegelken und Jamie-Lee Needham von der Berufsbildenden Schule Sophie Scholl in Bremerhaven zeigen. Mit Aktionen wie dem fairen Frühstück, der fairen Weihnachtsbäckerei oder fairen Rosen zum Weltfrauentag wollen die Schülerinnen und Schüler Aufmerksamkeit schaffen für die Bedingungen, unter denen unsere Waren weltweit hergestellt werden. Weil im regulären Unterricht kaum Platz für solche Fragen ist, setzen sich alle mit viel persönlichem Engagement und Zeit dafür ein, dass die Dinge nicht so bleiben, wie sie sind.

Umso enttäuschender ist es, dass ihr Engagement in der Öffentlichkeit kaum Aufmerksamkeit findet, sagt Hanna Seegelken. Sie ist damit nicht allein. Fehlende Anerkennung und mangelndes Interesse am Thema ist auch für viele der anderen Schülerinnen und Schüler, die uns von ihrem Engagement berichten, Teil ihrer Erfahrung beim Einsatz für das Thema Fairtrade. Mit der Einladung in den Parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung wollten wir ein Zeichen setzen, dass die vielfältigen Initiativen und Aktionen der Schülerinnen und Schüler für einen faireren Handel und eine gerechtere Welt gesehen und gehört werden. Dass sie wichtig sind. Dass wir als Gesellschaft sie brauchen.

In meinem Wahlkreis will ich mich deshalb für eine bessere Vernetzung der Engagierten untereinander, aber auch mit Politikerinnen und Politikern einsetzen. Darüber hinaus aber möchte ich die Schülerinnen und Schüler auch in Zukunft dadurch unterstützen, dass ich mich für eine Politik stark mache, die ihren Anliegen gerecht wird. Menschenrechte zu schützen darf nicht länger eine freiwillige Entscheidung von Unternehmen sein. DIE LINKE fordert deshalb, menschenrechtliche und umwelttechnische Sorgfaltspflichten entlang der gesamten Wertschöpfungskette für deutsche Unternehmen, die im Ausland produzieren oder produzieren lassen, endlich verbindlich zu machen (zum Antrag der Fraktion DIE LINKE: "Unternehmen in die Verantwortung nehmen –  Menschenrechtsschutz gesetzlich regeln"). 

Ich bedanke mich bei allen Schülerinnen und Schülern, die sich für mehr Gerechtigkeit, für unsere Umwelt und für mehr Solidarität weltweit stark machen und wünsche Ihnen viel Kraft und Freude an ihrem Engagement.

 

 

Weitere Informationen:

Zum FairTrade-Schulblog der Berufsbildenden Schule Sophie Scholl in Bremerhaven: https://blog.fairtrade-schools.de/author/ftschool677/