17. Februar 2017

Zu Besuch im Tierheim Berlin

In ihrer Funktion als tierschutzpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE, besuchte Frau Birgit Menz, MdB, das größte Tierheim Europas in Berlin Falkenberg. Unter der Führung von Frau Annette Rost (Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit), Herrn Jan Berge (Geschäftsführer) und Herrn Frank Meuser (Leiter des Berliner Büros des Deutschen Tierschutzbundes), konnte ein umfassender und spannender Blick hinter die Kulissen sowie auf die Arbeit des Tierheims geworfen werden.

Auf einer Größe von etwa 22 Fußballfeldern finden sich zahlreiche Tierarten, die man in ihrer Häufigkeit und Vielfalt so in einer deutschen Großstadt nicht sofort erwarten würde. Neben vielen Hunden, Katzen, Hasen und anderer hierzulande als Haustiere bekannte Arten, fanden sich auch sogenannte Nutztiere wie Schweine oder Ziegen wieder. Aber auch Tiere, mit denen man sonst in einem üblichen Tierheim nicht rechnen würde, waren zu entdecken. So bot das Exotenhaus eine breite Vielfalt außergewöhnlicher Arten. Darunter verschiedenste Schlangen, Echsen, Schildkröten oder sogar Affen. Immer mehr, vor allem exotische Tiere, finden den Weg in die Tierheime. Dies hat in erster Linie eine finanzielle Mehrbelastung sowie einen höheren Arbeitsaufwand für die Einrichtungen zur Folge.

„Viele Halterinnen und Halter erliegen dem Reiz des Exotischen, unterschätzen jedoch die privat schwer zu erfüllenden hohen Haltungsansprüche vieler dieser Tiere und sind aufgrund fehlender Fachkunde folglich damit auch überfordert. Um Tiere sowie Halter zu schützen, fordert DIE LINKE schon lange die Einführung einer Positivliste für Arten, die in Privathaushalten tiergerecht gehalten werden können“, so Birgit Menz.

Aber der Druck auf die Tierheime nimmt nicht nur durch das erweiterte Spektrum zu pflegender Tierarten zu. Auch die unkontrollierte Vermehrung der Katzenpopulation ist ein Problem. Viele verwilderte, ausgesetzte oder ungewollte Katzen finden den Weg ins Tierheim und werden dort oftmals über lange Zeit medizinisch versorgt und gepflegt.

„Um einer ausufernden Katzenpopulation im Sinne des Tierschutzes sinnvoll zu begegnen, spricht sich DIE LINKE für die Einführung eines Anreizsystems zur Förderung der Kastration von Hauskatzen aus und befürwortet die Kastration von streunenden und verwilderten Katzen, verbunden mit einer gesetzlichen Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für alle Hauskatzen. Dies böte unter anderem die Möglichkeit, sowohl die unkontrollierte Vermehrung der Tiere als auch die kriminelle Entsorgung von Katzen durch Aussetzen einzudämmen“, so Menz weiter.

Mit dem immer größer werdenden pflegerischen Aufwand sowie die intensive Betreuung der Tiere, sind auch unterschiedlichste Haltungsansprüche verbunden, die es zu erfüllen gilt. Hinzu kommen immer wieder nötig werdende Sanierungs- und Ausbaumaßnahmen, um den Tieren eine möglichst Art- und tiergerechte Betreuung überhaupt garantieren zu können. Um all das zu gewährleisten, ist ein hoher finanzieller Aufwand nötig, der viele deutsche Tierheime bis an den Rand der Existenz treibt.

So betont Birgit Menz: „Tierschutz bedeutet auch die Tierheime in Zukunft finanziell zu entlasten. Immer mehr Tiere und Tierarten werden abgegeben und die Verweildauer steigt. Bedingt dadurch steigen auch die Kosten für Futter und veterinärmedizinische Leistungen und für exotische Tiere müssen extra Auffangstationen errichtet werden. Hier sieht DIE LINKE Bund, Länder und Kommunen gemeinsam in der Pflicht Finanzmittel für notwendige Investitionen bereitzustellen und Wege zu ebnen, damit die außerordentliche Arbeit der Tierheime ausreichend gewürdigt und eine gute Versorgung der Tiere im Sinne des Tierschutzes überhaupt gewährleistet werden kann.“