31. Mai 2017

Nachhaltigkeit braucht eine andere Politik

Birgit Menz mir den SDG 8, 10 und 12

Zum zweiten Mal hat der Parlamentarische Beirat für nachhaltige Entwicklung zusammen mit dem Rat für nachhaltige Entwicklung die Abgeordneten des Deutschen Bundestags eingeladen, sich für die Umsetzung der Agenda 2030 und der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung stark zu machen. Im Fokus dieses Mal: Faire Lieferketten.

„Die Auslagerung von sozialen und ökologischen Kosten auf andere Länder und Menschen widerspricht mindestens zwei zentralen Aufgaben, zu denen sich Deutschland mit der Agenda 2030 verpflichtet hat und die die Bundesregierung mit der neuen deutschen Nachhaltigkeitsstrategie behauptet, angehen zu wollen: Erstens Verantwortung für die Auswirkungen des eigenen Handelns zu übernehmen – in Deutschland ebenso wie jenseits der Grenzen. Und zweitens, die Transformation unserer Welt zu wollen. Gerade die Industriestaaten wie Deutschland können nicht so weiter wirtschaften wie bisher, wenn alle Menschen und auch zukünftige Generationen eine gerechte Chance auf Entwicklung und ein gutes Leben haben sollen. SDG 12 sagt, dass alle Länder Maßnahmen ergreifen müssen, um nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherzustellen – allen voran die entwickelten Länder“, sagt Birgit Menz, Obfrau im Parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung für die Fraktion DIE LINKE.

„In der Grundregel der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie steht: ‚Jede Generation muss ihre Aufgaben selbst lösen und darf sie nicht den kommenden Generationen aufbürden.‘ Genauso aber gilt: Wir dürfen die Kosten unserer Lebensweise nicht anderen aufbürden. Wenn wir also beispielsweise in Deutschland nicht mehr genug Fläche aufbringen können, um Futtermittel für die Massentierhaltung zu produzieren, die unser Fleisch billig macht, dann wird das nicht nachhaltiger, wenn wir dieses Problem aus unserem Blickfeld auslagern. Gerade zeigt das Naturkundemuseum Berlin in einer Ausstellung, wie unser Fleischkonsum mit dem Aussterben der Aras in Südamerika zusammenhängt, deren Lebensraum durch den Anbau von Soja zerstört wird, das wir als Futtermittel verwenden“, so Menz weiter.

„Von solchen Beispielen gibt es leider viel zu viele. Sei es der massive Import von Biomasse für die Produktion von Agrartreibstoffen, der angesprochene Futtermittelimport oder die Verletzung von Menschenrechten und Arbeitsstandards in Nähereien, die unsere billige „Mode“ produzieren: deutsche Unternehmen und Konzerne beteiligen sich an Landraub und zerstören die Existenzgrundlage lokaler und regionaler Ökonomien durch Raubbau an der Natur – und die Bundesregierung ist nicht bereit, dem mit klaren gesetzlichen Regeln ein Ende zu setzen.“

Quelle: http://www.birgit-menz.de/startseite/aktuelles/detail/artikel/nachhaltigkeit-braucht-eine-andere-politik/