19. September 2016

Wirksame Maßnahmen gegen Wilderei und illegalen Wildtierhandel nötig

„Wilderei ist auch Naturzerstörung und vernichtet so die Lebensgrundlagen von Menschen. Deshalb ist der Kampf dagegen essentiell. In ihrer Antwort empört sich die Bundesregierung über die zunehmende Wilderei und ihre Folgen, sieht aber die Wurzel des Problems vorwiegend in Afrika und Asien. Aber nicht zuletzt die Aushebung der Elfenbeinwerkstatt in Rheinland-Pfalz sowie die Beschlagnahmung einer großen Menge Elfenbein am Flughafen Berlin-Schönefeld zeigen, dass Deutschland als Transitroute für den Schmuggel dient und eine Nachfrage solcher Produkte hierzulande durchaus besteht“, so die Reaktion von Birgit Menz, Bundestagsabgeordnete aus Bremen und Sprecherin für Natur- und Tierschutz der Fraktion DIE LINKE zur Antwort auf die Kleine Anfrage zum Thema Illegaler Wildtierhandel mit Rhinozeros-Horn und Elfenbein sowie die jüngsten Elfenbeinfunde in Rheinland-Pfalz. Menz weiter:

„Allein in diesem Jahr wurden mit den Beschlagnahmungen am Berliner Flughafen Schönefeld und in Rheinland-Pfalz nahezu 1,2 Tonnen Elfenbein sichergestellt. An dieser Stelle müssen die zuständigen deutschen Behörden aktiv werden, um den Markt für Produkte von gewilderten Tieren zu zerschlagen. Darüber hinaus muss der Bekämpfung der Wilderei und der Unterstützung diesbezüglicher internationaler Projekte und Zusammenarbeiten auch im Zuge der Haushaltsdebatten Rechnung getragen werden. Daher wird DIE LINKE. weitere Mittelerhöhung zur Bekämpfung der Wilderei und des illegalen Wildtierhandels im Rahmen der Haushaltsdebatte fordern.

Bei der Konferenz in London 2014 waren sich die Vertreter*innen vieler Länder einig, dass es zur Verhinderung der Wilderei an Elefanten und Nashörnern notwendig ist, auch existierende Lagerbestände entsprechender Produkte zu vernichten, um so international ein starkes Zeichen im Kampf gegen die Wilderei und den illegalen Wildtierhandel zu setzen. Es kann nicht sein, dass Deutschland sich nun aus dieser Verpflichtung herausstiehlt, noch dazu mit einer wenig überzeugenden Begründung, die aufgrund der geringen gelagerten Mengen und die Verwendung von beschlagnahmten Elfenbein für Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen des Artenschutzes von einer Zerstörung absieht. DIE LINKE wird sich auch in Zukunft für ein Ende des illegalen Wildtierhandels einsetzen und an der Umsetzung einer solidarischen Wirtschaftsordnung mitwirken, in der es keinen materiellen Grund für Wilderei mehr geben wird.“