15. Dezember 2016

Speisefische aus Aquakulturen mit Chemikalie belastet

Wie die Umweltschutzorganisation Greenpeace berichtet, sind laut einer Untersuchung 45 von 54 untersuchten Speisefischen aus Aquakulturen mit dem Pestizid Ethoxyquin belastet. Außerdem wiesen 38 Proben Fische konventioneller Aquakulturen Belastungen auf. Davon lagen 32 deutlich über dem gesetzlich erlaubten Grenzwert für Fleisch von 50 Mikrogramm pro Kilogramm. Lachs aus einer norwegischen Aquakultur war mit 881 Mikrogramm pro Kilogramm mit Abstand am höchsten belastet (In der Untersuchung orientierte man sich am Höchstwert für Fleisch, da für Fisch keine Rückstandshöchstgehalte existieren).

Zwar gilt Ethoxyquin nicht als akut gesundheitsgefährdend, jedoch sind die Langzeitauswirkungen nicht ausreichend erforscht. Es steht im Verdacht, die Erbsubstanz zu schädigen, den Leberstoffwechsels zu verändern und krebserregend zu sein. Deswegen verweigerte die Europäische Kommission schon im Jahr 2011 der Chemikalie Ethoxyquin die weitere Zulassung als Pflanzenschutzmittel. Als Futtermittelzusatzstoff allerdings ist der Stoff immer noch zugelassen und gelangt so vor allem über Fische aus Aquakulturen auf unseren Tellern.

„Wenn die EU das Vorsorgeprinzip ernst nimmt, sollte sie beim Verbot von Ethoxyquin auch konsequent sein. Ist es bereits als Pestizid aus Gründen der Vorsorge nicht zugelassen, sollte dies auch bei der Verwendung als Futtermittelzusatz der Fall sein. Um Verbraucherinnen und Verbraucher zu schützen, fordern wir daher ganz klar den Wirkstoff Ethoxyquin nicht weiter zuzulassen. Es ist verantwortungslos gegenüber den Menschen und deren Gesundheit dahingehend untätig zu bleiben. Wir fordern daher auch die Bundesregierung auf, sich in Brüssel für ein Verbot von Ethoxyquin stark zu machen“, so die Reaktion von Birgit Menz, Bundestagsabgeordnete aus Bremen und Sprecherin für Natur- und Tierschutz der Fraktion DIE LINKE.  

„Außerdem können konventionelle Aquakulturen auf verschiedenste Art die Umwelt negativ beeinflussen. Nicht nur Chemikalien, Antibiotika, Nahrungsreste und Kot können aus den Anlagen in die Gewässer gelangen, auch ist der rasante Zuwachs von Fischfarmen in den letzten Jahren Resultat einer andauernden Überraschung und beschleunigt diese gegebenenfalls sogar noch. Die meisten gezüchteten Arten benötigen Fisch als Nahrung und deren Entnahme erfolgt oftmals direkt aus dem Meer. Um Fischbestände zu erhalten, bedarf es nicht zwingend einer immer größeren Anzahl von Fischfarmen, sondern eher einer Bereitschaft hierzulande Fisch als etwas nicht Alltägliches zu betrachten“, so Menz weiter.