20. Juni 2017

Absetzung Antrag „Tierversuche beenden“

Mit dem Antrag „Tierversuche beenden“ fordert DIE LINKE im Bundestag die Bundesregierung auf, sich aktiv an einem Übergang von der tierexperimentellen zur tiergebrauchsfreien Forschung zu beteiligen, sowie ein Konzept zu entwickeln, welches als langfristiges Ziel den kompletten Verzicht von Versuchstieren für die wissenschaftliche Forschung bei gleichzeitigem Ausbau der Förderstrukturen für alternative Methoden vorsieht.

Für die Tagesordnung der 85. Sitzung des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft war ursprünglich auch der Antrag „Tierversuche beenden“ (Drs. 18/11724) zur Debatte vorgesehen. Obwohl der Antrag auf dem Entwurf der Tagesordnung noch zu finden war, setzte sich die Regierungskoalition aus bisher unbekannten Gründen nach Ablauf der Aufsetzungsfrist mit Erfolg für die Absetzung des Antrages ein.

„Bis jetzt lässt sich nur vermuten, was die Gründe dafür sind, unseren Antrag zum Thema Tierversuche von der Tagesordnung zu werfen. Sollte dieser zur letzten verbleibenden Möglichkeit in der kommenden Sitzungswoche wiederholt nicht den Weg auf die Tagesordnung des Ausschusses finden, muss davon ausgegangen werden, dass die Koalition die Debatte zum Tierversuchsausstieg scheut und diesem wichtigen Thema aus dem Weg geht“, so Birgit Menz, tierschutzpolitische Sprecherin, DIE LINKE.

„Der Antrag bietet aus unserer Sicht langfristige Lösungen und gute Ansätze, um einen schrittweise angelegten Ausstieg aus der Tierversuchsforschung in Deutschland zu ermöglichen. Auch die gesellschaftliche Weiterentwicklung in Sachen Tierschutz verlangt es, sich im Bereich Tierversuche intensiv darüber Gedanken zu machen, wie ein ernst gemeinter Ausstieg vonstattengehen kann. Will Deutschland eine Vorbildfunktion in Sachen Tierschutz einnehmen, muss die Bundesregierung auch bereit sein, sich auf solch eine Debatte einzulassen. Die Nichtbehandlung unseres Antrages zu so einem wichtigen Thema würde dem Tierschutz nicht gerecht und wäre mehr als peinlich für die Bundesregierung“, so Menz weiter.